„Wirtschaft und Mobilität gehören eng zusammen. Dass wir die Automobilindustrie vor Ort und damit die Voraussetzungen dafür haben, die Zukunft im Ländle für das Ländle zu gestalten, ist unser Joker im Standort-Poker“, so die Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende, Nicole Razavi, beim Neujahrsempfang der CDU Donzdorf-Lauterstein.

Der CDU Ortsverband hatte unter dem Motto „Heilig’s Blechle – wie geht es weiter mit dem Auto?!“ zum traditionellen Neujahrsempfang eingeladen. Diesmal fand die Veranstaltung, passend zum Thema, im Autohaus Müller in Donzdorf statt. Neben der CDU-Verkehrsexpertin Nicole Razavi waren auch der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Rainer Wieland, und der Vizepräsident im Bereich Handel des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, Ludger Wendeler, zu Gast. Nach einem Grußwort des CDU Stadtverbandsvorsitzenden, Stefan Baumhauer, leitete die live im Autohaus vollzogene Ermittlung von Abgaswerten an einem Fahrzeug zur Diskussion um die Zukunft des Automobils über, durch die Hausherr Alexander Müller gekonnt führte.

Im Fokus standen dabei Fragen um die Zukunft des Verbrennungsmotors und die Dieselfahrverbote. Ludger Wendeler vom Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg gab zu bedenken, dass die Dieselfahrverbote bei verunsicherten Verbrauchern bereits jetzt vermehrt zum Kauf von Fahrzeugen mit Benzinmotor geführt hätten. Das sei ein Grund für den wieder steigenden CO2-Ausstoß bei den Neuzulassungen, obwohl hier noch vor wenigen Jahren der sparsame und effiziente Diesel-Antrieb gerade wegen der guten CO2-Bilanz sogar von Umweltschützern empfohlen worden sei. Dies sei dem Umweltschutz ebenso wenig zuträglich wie die Luftverschmutzung durch Dieselmotoren.

Dem stimmte auch die CDU-Verkehrsexpertin Nicole Razavi zu. Diese verwies zudem auf den von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) mit den Anwohnern des Neckartors in Stuttgart, dem Standort der Messstation, getroffenen Vergleich. Dieser ziele nicht auf bessere Luft, sondern darauf, den Verkehr um 20% zu verringern – unabhängig vom Schadstoffausstoß der Fahrzeuge. Dies offenbare die Stoßrichtung, die mit den Fahrverboten verfolgt werden solle: Gesundheitsschutz stehe dabei nur an zweiter Stelle, während es vorrangiges Ziel sei, die Individualmobilität zu beschneiden. Auch auf die Frage, wie ein Wechsel zu öffentlichen Verkehrsmitteln gelingen solle, obwohl die Park-and-ride-Parkplätze bereits in der von Fahrverboten betroffenen Umweltzone liegen, sei nur mit einem Schulterzucken reagiert worden.

Hinterfragt wurden die Messwerte und die Platzierung der Messstellen auch von Rainer Wieland MdEP. Dieser gab zu bedenken, dass vor allem hinsichtlich der Messstellen EU-weit noch keine Einigung erzielt worden sei. Ziel müsse es daher sein, diese 2019 zu überprüfen.

„Wir alle wollen in sauberer Luft leben und unsere Gesundheit schützen. Fahrverbote sind hierfür aber nicht der richtige Weg. Wir dürfen das Automobil nicht verteufeln und den Bürger dadurch bevormunden, dass wir ihm vorschreiben, welches Verkehrsmittel er zu benutzen hat. Stattdessen müssen wir nach neuen Wegen suchen, wie wir hiermit umgehen“, so die CDU Kreisvorsitzende abschließend.

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